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Mignon Schwenke
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Frage von Julia R. •

Frage an Mignon Schwenke von Julia R. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrte Frau Dr. Schwenke,
meine Tochter ist jetzt im Vorschuljahr und wird im nächsten Jahr die Schule besuchen. Darauf freut sie sich schon sehr. Was werden wir von Ihrer Partei in Sachen Bildungspolitik künftig erwarten können? Wofür werden Sie sich persönlich im Landtag einsetzen?
Mit freundlichen Grüßen
Julia Rösler, Dersekow

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Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrte Frau Rösler,

herzlichen Dank für Ihr Interesse. Sie haben mit Ihrer Frage ein Feld berührt, dass mir ganz besonders am Herzen liegt. Zunächst wünsche ich Ihrer Tochter auch weiterhin viel Spaß bei der Vorschule. Dann wird sie sich auch gut auf die Schule vorbereiten können und der Übergang wird ihr leicht fallen. Nicht zuletzt das war der Grund, weshalb die Linkspartei.PDS dieses Vorschuljahr unbedingt wollte. Und da es ganz besonders auf den Beginn ankommt, wollen wir zukünftig schon in den ersten Kita-Jahren mit frühkindlicher Bildung beginnen.

Aber nun zu Ihrer Frage. Sie haben vielleicht schon gehört, dass ab diesem Jahr die Kinder unseres Landes nicht mehr nach der vierten Klasse in Hauptschüler, Regionalschüler und Gymnasiasten geteilt werden. Sie werden zwei Jahre länger gemeinsam zur Schule gehen. Wir wollen das gemeinsame Lernen gerne bis einschließlich der 8. Klasse ausdehnen. Es ist ein langjähriges Ziel meiner Partei gewesen, die frühe Ausortierung der Kinder im dreigliedrigen Schulsystem zu überwinden. Hauptschüler wird es bei uns gar nicht mehr geben. Neue integrative Unterrichtmethoden, Gruppenunterricht durch mehrere Lehrer, Fördermöglichkeiten für leistungsstarke und für schwächere Kinder werden in die Schule Eingang finden. Das Ganztagsschulprogramm eröffnet auch neue soziale Angebote. Dabei müssen auch die Lehrerinnen und Lehrer Neues lernen. Das wichtigste aber wird sein, dass Eltern und Lehrer davon überzeugt sind, das jedes Kind das Ziel erreichen kann. Und dafür müssen sie an einem Strang ziehen. Eine finnische Pädagogin hat mir vor kurzem in einem Gespräch über ihr vorbildliches Bildungswesen gesagt: "Finnland hat so wenige Kinder. Wir können uns nicht leisten, ein Einziges zu verlieren." Ist es bei uns nicht genauso? Ich will mich dafür einsetzen, dass jedes Kind unabhängig von seiner sozialen Herkunft und Lage, unabhängig vom Geschlecht oder seiner geistigen und körperlichen Situation eine gute Bildung erhält, also auch Ihre Tochter.

Mit freundlichen Grüßen
Mignon Schwenke